Viele Gründer versuchen, ihre Geschichte besonders spannend zu erzählen. Sie versuchen dramatische Wendungen einzubauen oder etwas Großes zu konstruieren. Doch genau dabei verlieren sie das Wertvollste. Die Echtheit ihrer eigenen Entwicklung. Die meisten Founder Stories scheitern nicht daran, dass sie zu langweilig sind. Sie scheitern daran, dass sie sich nicht nach der Person anfühlen, die sie erzählen will.
Warum Gründer ihre eigene Geschichte oft falsch erzählen
Die meisten Gründer denken, ihre Geschichte müsse außergewöhnlich sein, damit sie funktioniert. Sie glauben, sie bräuchten einen Moment, der alles verändert hat, oder einen Konflikt, der das Fundament ihrer Marke trägt. Doch die wirkungsvollsten Founder Stories beginnen selten spektakulär. Sie beginnen meistens leise. Mit einer Beobachtung. Einer Unzufriedenheit. Einer Idee, die sich langsam durchgesetzt hat.
Das Problem entsteht, sobald Gründer versuchen, diese Geschichte nachträglich zu dramatisieren. Sie schauen auf erfolgreiche Unternehmer und denken, sie bräuchten denselben Spannungsbogen. Doch ein nachgebauter Spannungsbogen nimmt der Geschichte ihre Kraft. Eine Geschichte funktioniert erst, wenn sie nachvollziehbar ist. Nicht perfekt. Nicht heroisch. Sondern echt.
Menschen vertrauen dir nicht wegen deiner größten Erfolge. Sie vertrauen dir wegen der Momente, die zeigen, wie du Entscheidungen getroffen hast. Darin steckt deine Glaubwürdigkeit.
Was eine gute Founder Story wirklich braucht
Eine gute Founder Story braucht keinen dramatischen Hintergrund. Sie braucht Klarheit. Klarheit darüber, warum du tust, was du tust. Viele Gründer erzählen von ihren Meilensteinen, aber nicht von den inneren Beweggründen, die zu diesen Entscheidungen geführt haben. Die Beweggründe sind das, was deine Geschichte tragfähig macht. Sie zeigen, was du verstanden hast und was dich antreibt.
Du musst nichts erfinden. Du musst nur erkennen, welche Momente dich geprägt haben. Eine Erkenntnis aus deiner frühen beruflichen Zeit. Ein Problem, das du immer wieder beobachtet hast. Ein Satz, der dir wichtig geblieben ist. Das sind die Bausteine deiner Founder Story. Sie machen deine Geschichte ehrlich und zugänglich.
Eine starke Geschichte entsteht nicht dadurch, dass du große Worte verwendest. Sie entsteht dadurch, dass du erklärst, was dich bewegt hat. Je konkreter du dabei wirst, desto stärker fühlen sich Menschen mit dir verbunden.
Wie du deine Story so erzählst, dass sie trägt
Eine Founder Story braucht Struktur. Nicht zur Inszenierung, sondern damit Menschen ihr folgen können. Beginne nicht mit deinem Erfolg. Beginne mit dem Moment, an dem du gemerkt hast, dass du etwas verändern willst. Dann erkläre, was du beobachtet hast und warum dich genau das nicht losgelassen hat.
Erkläre geduldig, wie du deine ersten Schritte gegangen bist. Welche Entscheidungen du bewusst getroffen hast und warum. Zeige, was du aus schwierigen Momenten gelernt hast. Nicht dramatisch, sondern reflektiert. Dadurch entsteht Tiefe. Diese Tiefe wirkt, weil sie nachvollziehbar ist und weil sie zeigt, dass du dich selbst verstehst.
Beende deine Geschichte dort, wo du heute stehst. Nicht mit einem perfekten Abschluss, sondern mit einer klaren Haltung. Menschen folgen Gründern, die wissen, warum sie ihren Weg gehen. Nicht weil er perfekt war, sondern weil er ehrlich war.
Die stärksten Personal Brands basieren auf einem Verständnis für die eigene Entwicklung. Deine Geschichte ist kein Marketinginstrument. Sie ist ein Orientierungspunkt für andere. Wenn du sie nicht künstlich veränderst, sondern klar erklärst, was dich geprägt hat, entsteht Vertrauen. Das macht deine Marke langfristig stabil. Eine gute Story ist kein Drama. Eine gute Story ist Klarheit.
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